SafetyLab

Funktionspaket „Muting“

Das Funktionspaket „Muting“ ab Firmware-Version 3.10 beinhaltet die Standard-Funktionen und zusätzlich die Möglichkeit, das Schutzfeld zu „muten“. „Muting” bezeichnet die bestimmungsgemäße zeitlich begrenzte Unterdrückung der Schutzfeld-Sicherheitsfunktion (z.B. für den Materialtransport durch das Schutzfeld).

Die Muting-Version des Empfängers bzw. Transceivers ermöglicht es, bis zu vier Muting-Sensoren sowie optional mehrere überwachte Muting-Leuchtmelder anzuschließen. Der Muting-Leuchtmelder signalisiert dem Personal durch konstantes Leuchten, dass der Muting-Betrieb korrekt eingeleitet wurde und die Schutzfeld-Sicherheitsfunktion überbrückt ist.

Ein Muting-Leuchtmelder muss in allen Muting-Arten angeschlossen sein, solange die Leuchtmelder-Überwachungsfunktion nicht mit SafetyLab abgewählt wurde.

Der Muting-Betrieb wird durch mind. zwei unabhängige Muting-Sensoren eingeleitet.

Kriterien für die Einleitung des Muting-Betriebes können sein:

  • Reihenfolge der Sensor-Aktivierung

  • Zeiterwartung der Sensor-Aktivierung

Das Funktionspaket „Muting“ bietet folgende Möglichkeiten:

  • Sicherheitsgerät zeitlich begrenzt überbrücken (mehrere Muting-Arten)

  • Abwählbare Leuchtmelder-Überwachung

  • Zusätzliche Steuersignale für Muting

  • Filterung der Mutingsensor-Signale

  • Freifahren mit Muting-Restart

  • Optional steuerbare Muting-Zeitbegrenzung

  • Strahlbereich mit reduzierter Auflösung definieren

Applikationsbeispiel

Problem:
Eine Paletten-Übergabestation wird mit einem Muting-Transceiver mit integriertem LED- Mutingleuchtmelder abgesichert. Da nur wenig Platz zur Verfügung steht, soll das Muting mit einer quer über die Rollenbahn ausgerichteten Reflex-Lichtschranke und dem Rollenband-Steuersignal von einer SPS aktiviert werden. Nachdem die Palette auf das Rollenband aufgesetzt wurde, startet die SPS den Antrieb. Innerhalb eines Zeitfensters von 1 s < t < 2 s erreicht die Palette die Reflex-Lichtschranke und startet das Muting. Der Transport durch die Schutzeinrichtung erfolgt im Normalbetrieb innerhalb weniger Sekunden; die Muting-Zeitbegrenzung sollte deshalb auf einen Wert von 20 Sekunden reduziert werden. Bleibt das Rollenband stehen, hält der Muting-Zeitgeber an, um keine Störmeldung zu erzeugen (würde Freifahren durch eine Bedienperson erfordern). Da das Transportgut auf den Paletten mit Kunststofffolien umwickelt ist, kann die Lichtschranke durch Reflexionen während des Mutings kurzzeitig gestört werden; diese Störungsignale sollen weitgehend herausgefiltert werden. Mehrere derartiger Paletten-Übergabestationen sind nebeneinander angeordnet. Deshalb soll der OSSD-Zustand vor Ort angezeigt werden, um dem Bedienpersonal zu signalisieren welche Schutzeinrichtung evtl. ausgelöst hat, damit die Station mittels der lokalen Startaste wieder angefahren wird. Ein Leuchtmelder schaltet dann ein, wenn die OSSDs abgeschaltet werden. Der Sicherheitsabstand zwischen Schutzeinrichtung und Gefahrstelle ist hinreichend groß, so dass das Schutzfeld möglichst unempfindlich gegen Störungen eingestellt werden kann.

Lösung:
Es wird 2-Sensor Parallel-Muting (L1, M5) gewählt. Somit kann die Lichtschranke bequem lokal an L1 angeschlossen werden während das SPS Steuersignal an M5 über das Kabel des Maschinen-Interface zugeführt wird; ein separates Kabel vom Schaltschrank zum Lokal-Interface ist somit nicht erforderlich. Das Steuersignal für den Muting-Zeitgeber wird auch über das Maschinen-Interface an M1 angelegt. Die nicht sichere SPS hat dafür zu sorgen, dass dieses Signal beim Aktivieren des Mutings log. 0 ist und nur wenn das Rollenband während des Mutings stehen bleibt auf log. 1 schaltet. Ist das nicht der Fall, wird Störung E53 erzeugt. Um dieses Signal nur während des Mutings zu schalten, meldet COMPACTplus über M3 das Signal ”Muting aktiv” an die SPS. Der OSSD-Schaltzustand wird auf L2 invers ausgegeben und angezeigt. Die Signalfilterung für L1 wird aus Gründen der Störsicherheit auf 100 ms Einschaltverzögerung und 500 ms Ausschaltverzögerung erhöht; die Gleichzeitigkeits-Erwartung des Parallel-Mutings auf 0,5 s < t < 1,5 s. Eine Muting- Verlängerung von 1 s stellt sicher, dass die Palette die Schutzeinrichtung verlassen hat bevor das Muting endet.