Sensor People @ Work

Sie sind Zukunftsmacher, Weltenbummler, Organisationstalente und Idealisten. Sie lieben ungewöhnliche Projekte, können zupacken und setzen sich für ihre Ideen ein. Mitarbeiter mit unterschiedlichen Leidenschaften und Fähigkeiten verbinden sich zu einem der innovativsten Unternehmen seiner Branche.

Im Interview mit Leuze haben sie über Ihre Projekte, Werdegänge und Herausfordungen gesprochen. 

Sebastian Kopp, Director Production

Sebastian Kopp ist schon viele Jahre bei Leuze tätig. Dank der Möglichkeit, sich stets weiterzubilden, weiterzuentwickeln, neue Aufgaben und Projekte anzugehen, mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen, hat er es geschafft, sich vom Facharbeiter zum Director Production zu entwickeln.

Leuze: Herr Kopp, Sie sind seit über elf Jahren bei Leuze... das ist schon eine lange Zeit für Ihr noch jugendliches Alter...
 
Kopp: (lacht) Danke, für das Kompliment, aber so jugendlich bin ich auch nicht mehr. Aber ja, das stimmt – 2007 startete ich als Facharbeiter in der Fertigung bei Leuze und seitdem habe ich verschiedene Stationen und Hierarchiestufen in der Produktion durchlaufen.

Leuze: Um gleich als Facharbeiter zu starten, braucht man sicher eine fachspezifische Ausbildung...

Kopp: Ja, diese habe ich. Ich habe von 1997 bis 2001 eine Ausbildung zum Elektriker und anschließend bis 2008 eine Ausbildung zum Meister gemacht. Auf diese setzte ich ein berufsbegleitendes Studium auf - seit 2015 bin ich auch Betriebswirt und verbinde damit die technische und die kaufmännischen Seite.

Leuze: Wie sind Sie einst auf Leuze gekommen?
 
Kopp: Wenn ich ehrlich bin: Es war Zufall – ich blätterte samstags in der Zeitung und mir fiel die Stellenausschreibung von Leuze auf, obgleich ich eigentlich zum damaligen Zeitpunkt gar nicht auf der Suche nach einer neuen Herausforderung war.

Leuze: Und dann haben Sie sich trotzdem beworben...
 
Kopp: Ja – und wie man sieht: nicht bereut und bis heute hängen geblieben :-)

Leuze: Wenn Sie die Fertigung 2007 mit der heutigen vergleichen – ein großer Unterschied?
 
Kopp:  Ein gewaltiger Unterschied. Selbst vor zehn Jahren waren noch maximal 80 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt – heute sind fast 200. Schichtbetrieb gab es damals noch nicht.

Leuze: Da haben Sie in Ihrer heutigen Funktion als Director Production ganz schön viel bewegt... Wenn ich bedenke: heute haben wir 2-Schicht- und 3-Schicht-Betrieb und Zeitversatz in den B-Baureihen...
 
Kopp: Ja, ich hatte bei Leuze immer die Chance, mich weiterzuentwickeln, Neues hinzuzulernen, anzupacken und aktiv mit zu gestalten. Das ist sicher einer der Gründe, weshalb ich mich in all den Jahren nie nach neuen Herausforderungen außerhalb dieses Unternehmens gesehnt habe.

Leuze: Das klingt gut. Um Ihren Werdegang besser zu verstehen: Vielleicht springen wir nochmals zurück auf Ihren Einstieg als Facharbeiter– wie sah Ihre weitere Vita bei Leuze konkret aus?

Kopp: Irgendwie wurde ich schon kurz nach Einstieg Gruppensprecher und schon ein Jahr später offiziell Gruppenleiter der Fertigungsgruppe Barcodeleser und betreute ein Team von zirka 15 Mitarbeitern.

Leuze: Betreuen heißt: fachlich betreuen?
 
Kopp: Fachlich und disziplinarisch. Ich bekam mit nur 27 Jahren und als relativ neuer Mitarbeiter im Unternehmen bereits die Personalverantwortung für dieses Team.

Leuze: Und das trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise 2009, die Sie ja miterlebt haben?
 
Kopp: Klar, diese Krise ging auch an uns nicht spurlos vorüber. Es kam zur Fusion des Teams, für das ich ja bereits verantwortlich war, mit weiteren Kolleginnen und Kollegen, für die ich dann ebenfalls die Verantwortung übernahm und so zum Teamleiter von insgesamt drei Gruppen wurde.

Leuze: Das war ein großer Sprung in keiner einfachen Zeit...
 
Kopp: Das stimmt. Aber ich traute mir diesen zu und man muss auch dazu sagen: Ich war niemals auf mich alleine gestellt. Ich profitierte sehr von der langjährigen Erfahrung meiner Doppelspitze, dem damaligen Fertigungsleiter, lernte viel hinzu und nahm Tipps gerne an.

Leuze: Als Teamleiter kamen ja auch sicher viele neue Themen und Aufgaben auf Sie zu?
 
Kopp: Ja, die von Ihnen angesprochene Einführung des 2- und 3-Schichtbetriebs waren beispielsweise große Themen, aber auch die Einführung von Lean Management, Shop Floor und die Übernahme des Facility Managements. Aber genau diese neuen Aufgaben haben mich immer gereizt, man schenkte mir das Vertrauen und die Möglichkeit, mich stets weiterzubilden und zu entwickeln - und das ist nicht selbstverständlich!

Leuze: Als Sie alleiniger Fertigungsleiter wurden: War das OK für Ihre langjährige Doppelspitze zusammen mit Ihrem Kollegen? Kein Konkurrenzkampf?
 
Kopp: Nein, kein Konkurrenzkampf - es gab ganz offene Gespräche, und auch hier bekam ich die volle Unterstützung und Rückendeckung und bin dankbar dafür.

Leuze: Seit wann sind Sie alleiniger Fertigungsleiter?
 
Kopp: Offiziell seit April 2017 – also noch gar nicht so lange.

Leuze: Wie viele Headcounts verantworten Sie seitdem?
 
Kopp: Lassen Sie mich rechnen... 3 Teamleiter, 9 Produktbetreuer und 2 Personen im Facility Management. Aber ich kann mich zu 100 Prozent auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, meine Kolleginnen und Kollegen verlassen, vertraue ihnen und traue ihnen viel zu.

Leuze: Das klingt nach einem guten Miteinander.
 
Kopp: Das ist es auch. Wir alle gehen respektvoll miteinander um, ziehen an einem Strang. Und das ist auch sehr wichtig, um die vielen Herausforderungen in einem stark wachsenden Unternehmen meistern zu können – gemeinsam.

Leuze: Ein wachsendes Unternehmen braucht auch neue Fachkräfte... Wo rekrutieren Sie diese?
 
Kopp: Die meisten wohnen, wie ich selbst, ganz in der Nähe, kennen Leuze als solides, wachsendes Unternehmen. Keiner hat Lust auf lange Wege und Rush-Hour. Sie schätzen bei uns einen zuverlässigen Auftragseingang und Schichtbetrieb.

Leuze: Das heißt, Sie haben keine Wechselschicht?
 
Kopp: Ich selbst normalerweise nicht. Natürlich gibt es Zeiten, in denen Zusatzschichten gefahren werden müssen, bei mir gleichermaßen wie bei meinem Team. Dies verlangt eine gewisse Flexibilität. Aber im Grunde genommen haben alle Mitarbeiter in der Fertigung feste, verlässliche Arbeitszeiten, was aber nicht bedeutet, dass die Schichten zementiert sind. Die Kollegen haben die Möglichkeit zur Weiterbildung, können Arbeitsinseln wechseln oder auch Schichten nach Rücksprache tauschen.

Leuze: Das hört sich nach Solidität und Flexibilität gleichermaßen an. 

Kopp: Das würde ich genauso unterstreichen. Mir ist wichtig, den Mitarbeitern eine Perspektive zu geben, so wie sie auch mir immer gegeben wurde. Ich fühle mich verantwortlich für meine inhaltlich zu lösenden Aufgaben, Projekte und neuen Herausforderungen, aber ebenso für das Wohl meiner Mitarbeiter.

Leuze: Herr Kopp, vielen Dank für das freundliche Gespräch.

Tanita Ruf, Junior Produktmanagerin

Technik, Fortschritt, Digitalisierung – dafür interssiert sich Tanita Ruf. Deshalb ist sie auch Produktmanagerin geworden. Von der Bachelorarbeit über eine Werkstudententätigkeit bis hin zur Masterarbeit – alles hat die Kirchheimerin bei Leuze absolviert und so ihren Weg gemacht. Direkt nach ihrem Masterstudium stieg sie als Junior Produktmanagerin in das Product Center Supplementary & Accessories ein und treibt die Digitalisierung von morgen aktiv voran.

Leuze: Frau Ruf, Sie sind Produktmanagerin bei Leuze und damit eine der Zukunftsmacherinnen, die die Automatisierung und Digitalisierung vorantreibt – was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Ruf: Als „Digital Native“ bin ich im Grunde mit dem Thema Zukunft groß geworden. Ich bin gerne Teil einer rasanten technischen Entwicklung und liebe es, die Welt von morgen aktiv mitgestalten zu können.

Leuze: Dann entwicklen Sie sicher nicht nur beruflich Smart Technology, sondern haben bestimmt auch zuhause ein „Smartes Home“?

Ruf: Klar, viele Dinge sind einfach praktisch und zeitsparend, wenn sie automatisiert ablaufen. Im Business wie im Privaten. So weiß meine Waschmaschine zum Beispiel ganz genau, wann ich nach Hause komme. Ich muss sie dann nur noch ausräumen – das nimmt mir die Technik Stand heute leider noch nicht ab :-)

Leuze: Wie kamen Sie eigentlich darauf, gerade bei Leuze Ihre Zukunftsvisionen umzusetzen?

Ruf: Ursprünglich habe ich Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule Esslingen studiert. Irgendwann stand meine Bachelorarbeit an: „Analyse des Sensorikmarktes“. Dieses Thema führte mich zu Leuze.

Leuze: Ein spannendes Thema – welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit als Bachelorandin?

Ruf: Die Kollegen bei Leuze haben mich immer sehr unterstützt. Ich konnte alles fragen und fühlte mich von Anfang an hier wohl und angenommen und nicht als Jungster behandelt. Das ist nicht selbstverständlich. Das Miteinander hat mich beeindruckt und tut es auch noch heute. Wir sind ein starkes Team.

Leuze: Ein Highlight für Sie aus jener Zeit, als sie noch „jung“ waren :-)?

Ruf: Na ja, jung bin ich heute ja auch noch :-) Aber eines der Highlights war mit Sicherheit ein gemeinsamer Besuch des Hamburger Hafens - zusammen mit einem Produktmanager.

Leuze: Ja, das war sicher eine nicht alltägliche Erfahrung... Sie sind nach dem Bachelor aber nicht direkt bei Leuze eingestiegen...

Ruf: Nein, nicht direkt. Die technische Weiterentwicklung fazinierte mich so sehr, dass ich mich entschied, den Masterstudiengang „Innovationsmanagement“ an der Hochschule Esslingen aufzusetzen. Allerdings habe ich auch während dieser Zeit so oft wie möglich als Werkstudentin bei Leuze im Bereich Marketing gearbeitet.

Leuze: Und dann aber nicht die Liebe zum Marketing entwickelt, sondern der Technik treu geblieben.

Ruf: Ja und nein. Die Technik und technische Weiterentwicklung faszinieren mich, das stimmt. Aber, was wäre die Technik ohne konkreten Anwendungsnutzen? Technik ist immer nur so gut wie sie dem Kunden dient. Diese Verbindung von Technik und Kunde – diese Möglichkeit bietet mir meine Aufgabe als Produktmanagerin.

Leuze: Ihr erstes großes Projekt im Produktmanagement bei Leuze?

Ruf: Meine Masterarbeit über das „SmartCore-Kabel“ –  im Grunde betreute ich dieses Projekt von der Entwicklung in der Technik bis hin zu seiner Markteinführung zusammen mit meinem Kollegen, dem zuständigen Produktmanager.

Leuze: Das ist eine ganz schön große Verantwortung für den Anfang...

Ruf: Ja, aber genau diese große Herausforderung reizte mich. Zu Beginn dieses Projekts wusste ich noch nicht einmal, was der Unterschied zwischen einer Ader und einer Litze ist... (lacht).

Leuze: Ein paar Worte zu ihrem „Baby“ –  was macht dieses Kabel konkret aus?

Ruf: Im Grunde kann das SmartCore-Kabel frühzeitig erkennen, ob und wann eine Leitung brechen wird. So ist im Prinzip eine vorausschauende Wartung möglich. Das heißt, sie kann konkret geplant werden, noch bevor die Anlage zum Stillstand kommt und so können teure Ausfallzeiten komplett vermieden werden.

Leuze: Gut erklärt - das klingt sehr nutzenorientiert.

Ruf: Ja, das klare Kommunzieren, das Vermittlen zwischen den unterschiedlichen Interessen der Abteilungen und Entscheiden zum Wohl des Produktes und dessen Kundennutzen sehe ich mit als eine der wichtigsten Aufgaben in meinem Beruf an.

Leuze: Ihre aktuelle Aufgabe im Product Center Supplementary products and accessories?

Ruf: Ich betreue als Junior Produktmanagerin die kapazitiven Sensoren, das Portfolio der Signalleuchten sowie das Thema RFID. Die Flexibilität und Agilität, die das Thema Supplementary products and accessories mit sich bringt, hat mich schon während meiner Zeit als Masterandin begeistert und war ausschlaggebend für meine Entscheidung, in dieser Abteilung auch meine berufliche Karriere zu starten.

Leuze: Vielen Dank für das freundliche Interview, Frau Ruf.

Katarina Zeko, Facharbeiterin im Lager

Katarina Zeko arbeitet seit über 20 Jahren bei Leuze. Sie brennt für ihre Aufgabe wie am ersten Tag. Als Facharbeiterin im Lager hat sie über die Jahre die Lagerlogistik aktiv und mit viel Energie mitgestaltet, vorangetrieben und zu einem familären Zusammenhalt im Team beigetragen.

Leuze: Frau Zeko, Sie gehören zu einem der Urgesteine von Leuze, die dem Unternehmen schon viele Jahre die Treue halten...

Zeko: Ja, das kann man so sagen – seit 1996 arbeite ich im Lager für Leuze.

Leuze: Schon immer hier in Unterlenningen?
 
Zeko: Nein – ich habe viele Jahre in der Braike in Owen gearbeitet, zeitweise auch halbtags, als meine Kinder noch klein waren.

Leuze: Was hat Sie gerade zu Leuze geführt?

Zeko: Das ist eine lange Geschichte und ein Werdegang mit Umwegen...

Leuze: Ich bin gespannt – verraten Sie mir Ihren Weg?
 
Zeko: Gerne. Eigentlich bin ich studierte Juristin.

Leuze: Juristin?

Zeko: Ja, ich bin gebürtige Kroatin. Als ich 1993 nach Deutschland kam, war ich der deutschen Sprache nicht mächtig – einen Beruf als Juristin auszuüben war also undenkbar.

Leuze: Sie sprechen aber perfekt deutsch...

Zeko: Ja, mittlerweile. Damals musste ich mir die Sprache und auch ein neues Berufsbild erst hart erarbeiten.

Leuze: Das ist Ihnen gelungen – das heißt, Sie haben umgeschult?

Zeko: Ja, ich habe nochmals eine komplett neue Ausbildung über die IHK gemacht – die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation, in der Abendschule. Tagsüber habe ich weiterhin gearbeitet.

Leuze: Respekt! Da haben Sie auch schon bei Leuze gearbeitet?
 
Zeko: Ja, ich wohnte in Kirchheim bzw. tue das heute noch. Mir war wichtig, dass mein Arbeitgeber in der Nähe meines Wohnorts ist. Das bot mir zeitlich die meiste Flexibilität – mit der Abendschule, der Familie, später den Kindern.

Leuze: Das kann ich gut verstehen. Und warum gerade Leuze? Mit Ihrer Ausbildung waren Sie ja nicht unbedingt an die Sensorbranche gebunden...

Zeko: Das nicht, aber mir war wichtig, zu einem großen Arbeitgeber zu gehen, einem wachsenden Unternehmen mit Zukunft.

Leuze: Klein ist Leuze nicht gerade, aber auch kein Konzern...
 
Zeko: Nein, aber ein solides Unternehmen – und ein international tätiges Unterehmen dazu. Das war mir wichtig. Ein Konzern wäre für mich auch niemals in Frage gekommen...

Leuze: Was finden Sie bei Leuze, was Sie in einem Konzern nicht glauben für sich zu finden?

Zeko: Ich bin Südländerin – da zählt die Familie und der familiäre Zusammenhalt sehr viel. Und diesen finde ich auch hier bei Leuze.

Leuze: Trotz dessen, dass Leuze ja doch sehr stark gewachsen ist die letzen Jahre?
 
Zeko: Ja, in jedem Fall. Ich finde es beispielsweise schön, den Firmenmitgründer Christof Leuze und seine Familie persönlich zu kennen, zu erleben und zu wissen, für wen ich arbeite. Und umgekehrt kennt auch er die langjährigen Mitarbeiter noch alle beim Namen und besucht uns heute noch regelmäßig. Neulich hat er uns erst hier im Lager mit seinen Enkeln besucht und aus dem Nähkästchen geplaudert.

Leuze: Das ist ja nett... und wie steht es um den Zusammenhalt zwischen den Kollegen?

Zeko: Das ist ein guter Punkt – auch das meine ich mit familiärem Charakter. Wir sind hier im Lager wie eine große Familie, wir interessieren uns für einander, halten zusammen.

Leuze: Wie äußert sich dieser Zusammenhalt?

Zeko: Wir helfen uns gegenseitig, krempeln zusammen die Ärmel hoch, inklusive unserem Chef. Wir sind ein echtes Team. So ist auch die Bereitschaft zur flexiblen Arbeit in wachsenden Zeiten da. Und zur Belohnung gibt es ab und zu einen Kuchen von mir...

Leuze: Das ist ja schön – ich komme auch mal zum Kuchen testen vorbei :-) Aber Spaß beiseite: Sie selbst haben einen enormen persönlichen Beitrag dazu geleistet, dass das 6500 qm große Lager in Unterlenningen heute so aufgebaut ist wie es ist...
 
Zeko: Ja, schon. Ich habe beim Aufbau des Lagers hier viele Stunden verbracht, mir bedeutet dieses Lager sehr viel. Ich möchte, dass alle funktioniert und gut läuft und dass letztendlich unsere Kunden rechtzeitig ihre bestellten Produkte erhalten.

Leuze: Sie sind sehr engagiert…

Zeko: Das sind wir alle, aber ja, ich bin eine Macherin, im Privaten wie im Beruflichen. Alles andere wäre wider meinem Naturell. (lacht).

Leuze: Das spürt man – Sie sind mit Leib und Seele ein Sensor People :-)

Zeko: Ich möchte meine Erfahrung miteinbringen und weitergeben an die jüngeren Kollegen. Schließlich habe ich über viele Jahre hinweg die Lagerlogistik aktiv mitgestaltet und aufgebaut: Canban, Hotline, usw. ...

Leuze: Vielen Dank für das sympatische Interview, Frau Zeko.

Ibrahim Zuva, Director Logstics

Ibrahim Zuva hat eine Bilderbuchkarriere bei Leuze gemacht: Binnen 10 Jahren von der Aushilfe im Bereich Logistik zum Director Logistics mit der spannenden Aufgabe, ein neues, großes AKL für Leuze am Standort Owen aufzubauen.

Leuze: Herr Zuva, Sie sind noch keine 40 Jahre alt und schon Director Logistics...

Zuva: Ja, so gesehen kann ich mit U40 schon auf eine gute Karriere bei Leuze zurückblicken...

Leuze: Die wie begann?

Zuva: Die Verbundenheit zu Leuze hat sehr früh angefangen: Ich erinnere mich noch heute, wie ich früher als Kind zusammen mit meinem Vater meine Mutter und meine Oma häufiger von der Arbeit bei Leuze Textil abholte... und wie mein Vater mir aus dem Snackautomaten, den es damals schon gab, hin oder wieder einen Schokoriegel rausließ...

Leuze: So lange sind Sie schon mit dem Unternehmen verbunden?

Zuva: Ja, die halbe Familie arbeitete hier – meine Tante tut es heute noch.

Leuze: Dann sind Sie ja quasi ein richtiges „Kind“ des Unternehmens?!

Zuva: Ja, kann man schon so sagen - wobei ich nach meinem BWL-Studium an der Fachhochschule in Aalen durchaus offen und nicht fixiert war - weder auf das Arbeiten im Ländle, noch auf Leuze. Durch meine weltoffene Mentalität komme ich mit Menschen unterschiedlichster Kulturen schnell und gut zurecht.

Leuze: Ihr Name klingt nicht.direkt „schwäbisch“... darf ich fragen, wo ihre Wurzeln liegen?

Zuva: Geboren bin ich in Kirchheim/Teck. Dort habe ich auch den Großteil meines Lebens verbracht. Meine Familie kommt ursprünglich aus der Türkei. Mich selbst würde ich als schwäbischen Deutsch-Türken bezeichnen.

Leuze: Und was führte Sie in jungen Jahren trotzdem nicht in die große weite Welt, sondern ins Lenninger Tal?

Zuva: Hm, um ehrlich zu sein – trotz gutem Studienabschluss fand ich damals nicht sogleich einen Job.. wohnhaft in Kirchheim... Familie, die auch bei Leuze arbeitete... da lag es irgendwie nahe, mich hier zu bewerben.

Leuze: Das ist eine ehrliche Antwort... dann haben Sie in welcher Funktion hier begonnen?

Zuva: 2006 startete ich als Aushilfe im Bereich Logistik.

Leuze: Und gute zehn Jahre später sind Sie Director Logistics? Das ist wirklich eine schöne Karriere...

Zuva: So gesehen ja. Sicher ist vieles darauf zurückzuführen, dass ich jemand bin, der gerne anpackt, gut schwäbisch die Ärmel hochkrempelt, „schafft“. Aber ich hatte auch Glück und war zur rechten Zeit am rechten Ort und Vorgesetzte, die an mich glaubten und mir die Möglichkeit gaben, mich permanent weiterzuentwickeln.

Leuze: Was konkret meinen Sie damit?

Zuva: 2006 wurde das erste AKL in Owen am Standort der Firmenzentrale gebaut. In dieser Zeit musste das komplette Lager nach Unterlenningen umziehen. Ich bekam die für einen Jungster sehr verantwortungvolle Aufgabe, die Produktion in Owen logistisch von Unterlenningen aus weiter zu versorgen...

Leuze: Dazu braucht man aber doch eigentlich etwas Erfahrung... oder?

Zuva: Ich machte das ja auch nicht alleine, sondern mit Unterstützung der Kollegen, die alle tatkräftig mitanpackten – ich denke, das zeichnet uns Sensor People aus – damals wie heute.

Leuze: Sie haben mich neugierig gemacht... wie ging es dann weiter in Ihrer Vita?

Zuva: Ende 2006 bewarb ich mich auf eine Sachbearbeiterstelle in der Fertigungssteuerung in unserer Tochtergesellschaft Leuze electronic Assembly in Unterstadion. Dann ging alles ganz schnell. Zum 1. Januar trat ich die neue Stelle an und zog in kürzester Zeit mit Sack und Pack von Kirchheim ins Donautal.
 
Leuze: Und dann?

Zuva: Ich arbeitete in Unterstadion in einem kleinen Team von vier bis fünf Kollegen im Auftragszentrum und entwickelte mich mehr und mehr in die Rolle ihres Gruppensprechers. Zudem erweiterte sich mein Aufgabengebiet zunehmend. Ich hatte die Möglichkeit, immer Neues hinzuzulernen und mich weiterzuentwickeln.

Leuze: Welche Aufgaben kamen zu Ihrer sachbearbeitenden Tätigkeit im Auftragszentrum beispielsweise hinzu?

Zuva: Mit der Verlagerung unserer Fertigung von Fürstenfeldbruck nach Unterstadion wurden wir zum Supply Chain Management, welches die Fertigungssteuerung, das Auftragszentrum, Warehouse und IT umfasste. Zu jenem Zeitpunkt wurde ich zum Teamleiter von Fertigungssteuerung und Auftragszentrum, gleichzeitig zum stellvertretenden Abteilungsleiter des gesamten Bereichs.

Leuze: Das war ein wirklich großer Spung...

Zuva: Ja, das war es. Zudem bekam ich zum Tagesgeschäft mein erstes großes Projekt hinzu – die ERP-Einführung. Und kurz darauf, 2012, folgte schon ein Zweites: die Gründung der Produktionsgesellschaft in China.

Leuze: Da war ja Tagesgeschäft kaum mehr möglich...

Zuva: Es wurde zumindest zunehmend schwieriger. Deshalb auch die Entscheidung, mich als Mitarbeiter von Leuze electronic Assembly für sechs Monate an Leuze „auszuleihen“...

Leuze: „Ausleihen“... wie sich das anhört... das klingt ja wie ein Stück Ware...

Zuva: Nein, so war es natürlich nicht – natürlich wurde ich gefragt, und ich wollte - und wie ich wollte! Ein halbes Jahr bin ich zwischen China und Owen gependelt, habe Flugmeilen gesammelt, über 30 Flüge in nur einem Jahr...

Leuze: Puh... das war dann wirklich ein Sprung vom überschaubaren ländlichen Unterstadion nach Shenzhen in China... kein Heimweh?

Zuva: Im Gegenteil, ich hatte Blut geleckt... ich konnte meinen multikulturellen Charakter erst richtig ausleben und noch bevor das China-Projekt abgeschlossen war, bekam ich schon das nächste Angebot...

Leuze: Welches?

Zuva: Vertriebscontrolling USA.

Leuze: Das heißt, von China direkt in die USA?

Zuva: Genau... ab und zu hatte ich meinen Platz aber auch in Owen, im Controlling.

Leuze: Das war ein nächster großer Sprung für Sie...

Zuva: Ja, man hat mir viel Vertrauen entgegengebracht und ich hatte die Chance, mich in unterschiedlichsten Themengebieten und Ländern beweisen zu können.

Leuze: Wie lange waren Sie dann in den USA?

Zuva: Über ein Jahr... bis ich Ende 2013 erneut ein Angebot bekam, Beteiligungscontroller für China und USA zu werden. Dieses führte mich zurück nach Owen... Das war auch der Moment, in dem ich offiziell vom Mitarbeiter der Leuze electronic Assembly zum Mitarbeiter von Leuze wurde.

Leuze: Wenn ich gut mitgerechnet habe, müssten Sie sieben Jahre weg gewesen sein...

Zuva: Gut mitgerechnet! (lacht) – es waren auf den Tag sieben Jahre... es passte einfach alles perfekt zusammen – die erworbenen Kenntnisse, die gemachten internationalen Erfahrungen in China und USA.

Leuze: Aber heute sind Sie nicht im Controlling tätig...

Zuva: Nein, Mitte 2015 übernahm ich die Verantwortung für die Logistik in Owen und schimpfe mich heute neudeutsch Director Logistics mit vielen neuen spannenden Aufgaben und Herausforderungen...

Leuze: Ist es richtig, dass ein großes, neues Logistikcenter gebaut werden soll?

Zuva: Ja, und irgendwie schließt sich für mich damit der Kreis... Vor guten zehn Jahren wurde das erste automatisierte Kleinteilelager in Owen gebaut und ich begleitete den Aufbau als Aushilfe in der Lagerlogistik. Heute bin ich verantwortlich für die Weiterentwicklung der Logistik und dazu gehört auch ein neues AKL.

Leuze: Das heißt, Sie sind jetzt der Vorgesetzte der Sensor People, die früher Ihre Kollegen waren? Gibt das keine Probleme?

Zuva: Im Gegenteil. Wir haben ein sehr gutes Mit- und Füreinander.

Leuze: Worauf führen Sie das zurück?

Zuva: Ich bin mir meiner Entwicklung bewusst, aber ich bin immer bodenständig geblieben, packe immer selbst mit an, krämpele heute die Ärmel genauso hoch wie vor zehn Jahren. Und: Ich bin vielen Menschen begegnet, die mir viel Erfahrung weitergegeben, mich auf meinem Weg und bei meinen Entscheidungen unterstützt haben und dankbar dafür, dass mir so viel Vertrauen geschenkt wurde.

Leuze: Herr Zuva, vielen Dank für das ausführliche und offene Gespräch.