2.1.1 Die EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG regelt ein einheitliches Schutzniveau für Maschinen, um den freien Warenverkehr innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes zu ermöglichen. Sie wendet sich an Hersteller und Inverkehrbringer von Maschinen und Geräten. Die Maschinenrichtlinie ist im Originaltext z.B. unter www.CE-Richtlinien.eu nachzulesen.


Aufbau und Inhalt der Maschinenrichtlinie:
 

Erwägungsgründe Nr. 1- 28
Verfügender Teil Artikel 1 - 28
Anhang I: Grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen für Konstruktion und Bau von Maschinen
Anhang II: Inhalt Konformitätserklärung
Anhang III: CE-Kennzeichnung
Anhang IV: Auflistung von besonders gefährlichen Maschinen bzw. sicherheitsrelevanten Bauteilen
Anhang V: Nicht erschöpfende Liste „Sicherheitsbauteile“
Anhang VI: Montageanleitung für unvollständige Maschinen
Anhang VII: Technische Unterlagen für Maschinen
Anhang VIII: Konformitätsbewertung mit interner Fertigungskontrolle
Anhang IX: EG-Baumusterprüfung
Anhang X: Umfassende Qualitätssicherung
Anhang XI: Mindestkriterien für Benennung von Prüfstellen
Anhang XII: Entsprechnungstabelle alte/neue Richtlinie


Was müssen Hersteller oder Inverkehrbringer von Maschinen beachten?

1. Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen des Anhang I müssen erfüllt sein.

Das bedeutet, dass der Konstrukteur bereits in der Designphase begleitend eine Risikobeurteilung durchführen muss, damit alle erforderlichen Maßnahmen zur Risikoreduzierung bereits bei der Konstruktion der Maschine berücksichtigt werden.

2. Für jede Maschine muss eine Konformitätserklärung erstellt werden.

Für Maschinen oder Sicherheitsbauteile, die nicht in Anhang IV gelistet sind, bringt der Hersteller das CE-Zeichen in Eigenverantwortung an; er erstellt eine Konformitätserklärung und bescheinigt somit die Einhaltung der Maschinenrichtlinie. Er muss alle Unterlagen wie z. B. Mess- und Prüfergebnisse dokumentieren und sie auf Verlangen nationalen Behörden vorzeigen können.

Für Maschinen und Sicherheitsbauteile, die in Anhang IV gelistet sind, wird ein anderes Bescheinigungsverfahren verlangt (Abbildung 2.1-5)

Einige wesentliche Aussagen gemäß Maschinenrichtlinie sind:

  • Für auswechselbare Ausrüstungen, Sicherheitsbauteile, Ketten/Seile/Gurte für Hebezwecke, Gelenkwellen und Lastaufnahmemittel gelten nun die gleichen Regelungen wie für Maschinen. Sie müssen mit CE-Zeichen, Konformitätserklärung und den erforderlichen Benutzerinformationen in Verkehr gebracht werden.
  • Für „Unvollständige Maschinen“ muss der Hersteller spezielle technische Unterlagen (Anhang VII Teil B), eine Montageanleitung (Anhang VI) und eine Einbauerklärung (Anhang II, Teil1, Abschnitt B) mitliefern. Darin muss angegeben werden, welche Anforderungen der Richtlinie auf die Teilmaschine zutreffen und eingehalten wurden. Eine Montageanleitung muss den Unterlagen zur Maschine beigefügt werden.
  • Hebezeuge mit einer Fahrgeschwindigkeit bis zu 0,15 m/s des Lastträgers unterliegen der Maschinenrichtlinie, bei einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 0,15 m/s unterliegen sie der Aufzugsrichtlinie (wenn sie nicht unter deren Ausnahmeregelungen fallen).
  • Baustellenaufzüge unterliegen der Maschinenrichtlinie.
  • Klarere Abgrenzung der Maschinenrichtlinie zur Niederspannungsrichtlinie.
  • Interne Fertigungskontrolle für Serienmaschinen (Anhang VIII).
  • Die Gültigkeit von EG-Baumusterprüfbescheinigungen ist durch die Prüfstelle alle 5 Jahre zu überprüfen. Hersteller und Prüfstelle sind verpflichtet, die relevanten technischen Dokumente 10 Jahre aufzubewahren.
    Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist im deutschen Orginaltext z.B unter http://eur-lex.europa.eu zu finden.