3.3 Strategie zur Risikoreduzierung

Im U.S. Code of Federal Regulations, Title 29, Part 1910, Subpart 0 ist sinngemäß gefordert, dass beim Konstruieren der Maschine die möglichen Risiken zu analysieren sind und, wo erforderlich, zusätzliche Schutzeinrichtungen zum Schutz des Bedieners vorzusehen sind.

Der Technical Report ANSI B11.TR3:2000 enthält Vorschläge zur Einschätzung, Bewertung und Reduzierung von Risiken an Werkzeugmaschinen.

OSHA/ANSI sieht folgende hierarchische Vorgehensweise zur Risikoreduzierung vor:

  • 1. Identifiziere und analysiere das Risiko (siehe ANSI B11.TR3:2000)
  • 2. Beseitige das Risiko durch konstruktive Maßnahmen
  • 3. Reduziere das Risiko durch technische Schutzeinrichtungen
  • 4. Warnsignale und Warnhinweise
  • 5. Persönliche Schutzausrüstung für das Bedienpersonal
  • 6. Training des Bedienpersonals

Die internationale Norm EN ISO 12100 "Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsleitsätze - Risikobeurteilung und Risikominderung" ist ähnlich strukturiert. Sie gibt detaillierte Hilfestellung bei der Identifizierung von Gefährdungen, beschreibt die vom Konstrukteur zu betrachtenden Risiken, enthält Gestaltungsleitsätze und eine Methode zur sicheren Konstruktion und Risikominderung. Sie beschreibt außerdem eine iterative Methode zur Risikoanalyse, Risikobeurteilung und Risikominderung zum Erreichen der erforderlichen Maschinensicherheit. Bestehende maschinenspezifische Normen, wie z. B. Typ-C EN Normen, sind vorrangig zu beachten.

Die EN ISO 12100 empfiehlt dem Maschinenkonstrukteur das folgende schrittweise Vorgehen zur Risikoreduzierung:

  • 1. Spezifiziere die Grenzen und die bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine
  • 2. Identifiziere mögliche Gefährdungen und gefährliche Situationen
  • 3. Schätze das Risiko einer jeden identifizierten Gefährdung und jeder gefährlichen Situation ein und betrachte dabei auch vorhersehbares Fehlverhalten oder Fehlbedienung von Bedienpersonen
  • 4. Beurteile jedes einzelne Risiko und entscheide ob eine Risikoreduzierung erforderlich ist oder nicht
  • 5. Versuche das Risiko durch konstruktive Maßnahmen zu beseitigen oder zu reduzieren. Wenn dies nicht gelingt, dann
  • 6. Reduziere das Risiko durch den Einsatz von Schutzeinrichtungen (Trennende Schutzeinrichtungen, wie z. B. Schutzzäune oder Verdeckungen oder mit berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen, wie z. B. Sicherheits-Lichtvorhängen)
  • 7. Informiere und warne den Maschinenbediener bezüglich des verbleibenden Restrisikos der Maschine durch Warnhinweise an der Maschine und in der Bedienungsanleitung

Die ersten vier Schritte beschreiben die Risikoanalyse und Risikobeurteilung. Hierzu enthält die EN ISO 14121 detaillierte Anforderungen. Wichtig ist, dass die Risikoanalyse und Risikobeurteilung methodisch durchgeführt und nachvollziehbar dokumentiert wird.

Ergänzend zu diesen, vom Maschinenkonstrukteur gewählten Schutzmaßnahmen, können seitens des Maschinenbetreibers bzw. Maschinenbedieners weitere Schutzmaßnahmen zur Reduzierung des verbleibenden Restrisikos erforderlich sein. Dies sind z. B.:

  • Organisatorische Maßnahmen (z. B. sichere Arbeitsprozesse, regelmäßige Überprüfungen)
  • Persönliche Schutzeinrichtungen
  • Training und Unterweisung des Bedienpersonals


Hinweis
 

Die PC-Software Safexpert, für das Sicherheits-Engineering von Maschinen, enthält eine Gefährdungsliste und unterstützt den Prozess der Risikobeurteilung und Risikoreduktion nach EN ISO 12100. Die Software erlaubt eine isolierte Betrachtung aller Gefahrstellen und Lebensphasen der Maschine und sorgt für eine transparente und nachvollziehbare Dokumentation. Weitere Informationen und Bestellhinweise siehe Sicherheits-Engineering-Software Safexpert.