2.3 Sicherheit von Maschinen, Risikoanalyse und Risikobeurteilung

Erklärtes Ziel ist es, Maschinen so zu konstruieren und zu betreiben, dass bei bestimmungsgemäßer Verwendung keine Verletzungen und Gesundheitsschädigungen verursacht werden. Unfallstatistiken zeigen, dass eine an einer Maschine vorhandene Gefährdung früher oder später zu einem Schaden führt, falls keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Schutzmaßnahmen sind eine Kombination der vom Konstrukteur und der vom Benutzer durchgeführten Maßnahmen. Maßnahmen, die bereits in der Konstruktionsphase getroffen werden können, sind den vom Benutzer durchgeführten Maßnahmen vorzuziehen und im Allgemeinen wirksamer als diese.

Die internationale Norm EN ISO 12100 "Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsleitsätze - Risikobeurteilung und Risikominderung" gibt detaillierte Hilfestellung bei der Identifizierung von Gefährdungen, beschreibt die vom Konstrukteur zu betrachtenden Risiken, enthält Gestaltungsleitsätze und eine Methode zur sicheren Konstruktion und Risikominderung. Die EN ISO 14121 "Sicherheit von Maschinen – Leitsätze zur Risikobeurteilung" beschreibt eine iterative Methode zur Risikoanalyse, Risikobeurteilung und Risikominderung zum Erreichen der erforderlichen Maschinensicherheit. Bestehende maschinenspezifische Normen, wie z. B. Typ C EN Normen, sind vorrangig zu beachten.

Abb. 2.3-1: Iterativer Prozess zur Risikoreduktion nach EN ISO 12100 (Quelle EN ISO 12100, Bild 1) Abb. 2.3-1: Iterativer Prozess zur Risikoreduktion nach EN ISO 12100 (Quelle EN ISO 12100, Bild 1)

Die EN ISO 12100 empfiehlt dem Maschinenkonstrukteur das folgende schrittweise Vorgehen zur Risikoreduzierung:

  • 1. Spezifiziere die Grenzen und die bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine
  • 2. Identifiziere mögliche Gefährdungen und gefährliche Situationen
  • 3. Schätze das Risiko einer jeden identifizierten Gefährdung und jeder gefährlichen Situation ein und betrachte dabei auch vorhersehbares Fehlverhalten oder Fehlbedienung von Bedienpersonen
  • 4. Beurteile jedes einzelne Risiko und entscheide ob eine Risikoreduzierung erforderlich ist oder nicht
  • 5. Versuche das Risiko durch konstruktive Maßnahmen zu beseitigen oder zu reduzieren. Wenn dies nicht gelingt, dann
  • 6. Reduziere das Risiko durch den Einsatz von Schutzeinrichtungen (Trennende Schutzeinrichtungen, wie z. B. Schutzzäune oder Verdeckungen oder mit berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen, wie z. B. Sicherheits-Lichtvorhängen)
  • 7. Informiere und warne den Maschinenbediener bezüglich des verbleibenden Restrisikos der Maschine durch Warnhinweise an der Maschine und in der Betriebsanleitung

Die ersten vier Schritte beschreiben die Risikoanalyse und Risikobeurteilung. Wichtig ist, dass die Risikoanalyse und Risikobeurteilung methodisch durchgeführt und nachvollziehbar dokumentiert wird.

Ergänzend zu diesen vom Maschinenkonstrukteur gewählten Schutzmaßnahmen können seitens des Maschinenbetreibers bzw. Maschinenbedieners weitere Schutzmaßnahmen zur Reduzierung des verbleibenden Restrisikos erforderlich sein. Dies sind z. B.:

  • Organisatorische Maßnahmen (z. B. sichere Arbeitsprozesse, regelmäßige Überprüfungen)
  • Persönliche Schutzeinrichtungen
  • Training und Unterweisung des Bedienpersonals

Hinweis

Die PC-Software Safexpert, für das Sicherheits-Engineering von Maschinen, enthält eine Gefährdungsliste und unterstützt den Prozess der Risikobeurteilung nach EN ISO 12100. Die Software erlaubt eine isolierte Betrachtung aller Gefahrstellen und Lebensphasen der Maschine und sorgt für eine transparente und nachvollziehbare Dokumentation. Weitere Informationen und Bestellhinweise siehe Sicherheits-Engineering-Software Safexpert .

Schritt für Schritt unterstützt Safexpert den Anwender bei seinen Aufgaben bis hin zur Erstellung der Konformitäts- bzw. Herstellererklärung Schritt für Schritt unterstützt Safexpert den Anwender bei seinen Aufgaben bis hin zur Erstellung der Konformitäts- bzw. Herstellererklärung